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Neueste Rubrik: Kurioses aus aller Welt
Das 2009 eröffnete DDR-Postkarten-Museum hat mit weltweit bisher einmaligen Rubriken »West-Ost-Motivvergleiche«, »Lithos aus aller Welt« und »Geschichte der Postkarte« längst die DDR-Zeit verlassen und die DDR-Grenze überschritten. Und im August 2025 kam nun eine sehr skurrile Auswahl mit 333 der kuriosesten Karten aus aller Welt hinzu.
Neben der billigsten Postkarte der Welt zum Verkaufspreis von nur 1 DDR-Pfennig ist auch die weltweit längste Brücke, der Eiffelturm im Bau und eine Eintrittskarte vom Fußball-WM-Endspiel 1954 BRD : Ungarn zu sehen, aber auch Menschen bei ihrer Arbeit — bei der Ernte von Orangen in Sizilien, Chilischoten in Vietnam oder Erdnüssen in Indien. Auch die Kautschukgewinnung in Malaysia, das Stockfischen in Sri Lanka oder die Briefträger von Kopenhagen, die es seit einiger Zeit nicht mehr gibt, sind bildlich verewigt.
Zu den skurrilsten Ansichtskarten zählen eine Karte aus Rothenburg ob der Tauber für Japaner, Urlaubskarten mit Strandsand von Mallorca oder echten Bernsteinen der Ostsee-Insel Usedom im aufgesetzten Plastdeckel, sowie mit einem sehr stark überfüllten Flüchtlingsboot aus Libyen. Bestaunenswert sind auch der schiefste Baum Griechenlands, der größte Weinkeller der Welt in Spanien, die erste Roboter-Band in Belgien 1966 und der jüngste Zeitungsleser Deutschlands. Zwei Fälschungen geben Rätsel auf, ob das Foto eines Sonnenuntergangs in Florida oder Kenia gemacht wurde, ob auf der Almwiese Schweine oder Rinder im realen Leben weideten, oder ob beide Karten als Fälschung zu betrachten sind. Das Thema »Sex« ist natürlich hier ebenso vertreten, wie Marienkäfer-, Dromedar- und Elefanten-Paare beweisen, und selbst »Teddybären-Sex« wurde 1999 fotografisch dokumentiert.
Auch die österreichische »Schweinerkennungs-Postkarte« oder »Kündigungs-Postkarten« und eine »Partykater-Postkarte« zeugen von der Vielfalt des Kuriosen wie auch ein selbstgefertigtes Unikat mit Kölner Lebensmittelmarken von 1916. Sogar eine Drohne der ukrainischen Armee, Pinguine in den Alpen und ein Cannabisbäumchen sind zu sehen und werden nur von einer 2018 herausgegebenen Urlaubskarte mit schönen Grüßen vom Mond übertroffen.
Text: Jürgen Hartwig. Stand: 1.9.2025
Wie geht’s weiter im DDR-Postkarten-Museum?
Nachdem nun über 31.300 verschiedene Postkarten aus der weltweit zweitgrößten DDR-Postkartensammlung des Philokartisten und Hobbyhistorikers Jürgen Hartwig in diesem 2009 gegründeten, 2014 neu gestarteten virtuellen und ersten Postkarten-Museum Deutschlands öffentlich sind, werden in diesem Jahr die letzten Ergänzungen abgeschlossen.
Derzeit kann man in diesem virtuellen Museum Ansichtskarten in 6 Startrubriken mit 11 Unteralben und aus exakt 564 Orten und Ortsteilen der DDR, sowie zu 334 Themen sehen, aber auch 16 philokartistische Fachbeiträge lesen. Und auch die zuletzt eingestellten Karten, aber auch beliebige Fotografennamen und deren Aufnahmen können mit wenigen Mausklicks aufgerufen werden. 462 Schlagwörter von »Alkohol« über »Goethe« und »Kugelascher« bis zu »Zunftszeichen« kann der thematisch interessierte Besucher für speziell eingeordnete DDR-Karten avisieren. Sehr interessant und auch für die meisten Postkartensammler unbekannt dürften die hier gezeigten Kuriositäten mit Detailänderungen, Schriftverschiebungen, Bildaustausch, Produktionsfehlern und außergewöhnlichen Motiven, sowie die Auswahl von DDR-Postkarten sein, die nicht zugestellt werden konnten.
Ein philokartistisch-wirtschaftspolitisches High-light sind weiterhin einige sehr rare Ansichtskarten aus einem Ort, den es seit 1980 nicht mehr gibt: Magdeborn bei Leipzig – er fiel dem Abriß zugunsten des Braunkohlenabbaus zum Opfer und ist nun hier, wie auch auf den Webseiten magdeborn.de und de.wikipedia.org/wiki/Magdeborn verewigt.
Für den allgemein philokartistisch Interessierten ist die neu erarbeitete Rubrik »Geschichte der Postkarte Teil 4« (1946–1990) ideal, wo interessante Beispiele der Motivvielfalt in- und ausländischer Postkarten zu sehen sind.
Im Jahr 2019, im zehnten Jahr seiner Funktion, wurde im DDR-Postkarten-Museum eine neue Verlinkung zu einem Internet-Museum realisiert, welches DDR-Etiketten für Spirituosen, Bier und Erfrischungs- sowie weinhaltige Getränke zeigt. In alphabetischer Reihenfolge sind bis jetzt bereits 228 Orte der DDR vertreten und warten auf neugierige Besucher, die sich bei dem einen oder anderen Etikett wieder an den Alltag der eigenen Vergangenheit in der DDR erinnern werden.
Schauen Sie also immer mal wieder in unser kostenloses, hobbymäßig betriebenes Postkarten-Museum und entdecken Sie interessante, erinnerungsträchtige oder noch nie gesehene, in 40 Jahren DDR festgehaltene fotografische Momente und Motive wie sozialistische Neubauten, mittlerweil stark veränderte Stadtbilder, mehr oder weniger bekannte Sehenswürdigkeiten und landschaftliche Schönheit. Wir freuen uns, Ihnen die einstige DDR per Postkartenbilder zeigen zu können und bedanken uns für Ihr Interesse, Gästebucheintragungen und Fragen, Kritik sowie Hinweise mittels eMail an: ddr-postkarten-museum@web.de
Stand: 1. Januar 2021